Am Sonntag, dem 06.07.14 ereilt uns kurz vor 19:00 Uhr ein Anruf der Landeswarnzentrale und informiert uns über den bereits 4. Einsatz dieses wolkenlosen und heißen Sommertages in unserem Einsatzgebiet. Eine ältere Dame hat die Engelkarspitze bestiegen und sich um 15:00 Uhr am Gipfel telefonisch bei ihren beiden Begleiterinnen gemeldet.

Da sie in am ausgemachten Treffpunkt nicht erscheint schlagen die Begleiterinnen bei der Giglachseehütte Alarm. Der Hüttenwirt sucht kurzfristig den Gipfelbereich ab und leitet dann die Alarmierung der Bergrettung ein.

Ein Vortrupp mit 7 Mann startet per Auto auf den Giglach. Ein weiterer Bergretter wird vom Polizei-Hubschrauber aufgenommen und startet einen Suchflug. Dieser wird nach ausgiebiger Suche erfolglos abgebrochen und der Vortrupp mit dem letzten Kerosin auf den Kamm eines Vorgipfels der Engelkarspitze geflogen.

In zwei Gruppen wird das schwierige Gelände zu beiden Seiten des Kammes bis zum Wandfuss abgesucht. Verstärkt wird die Suche durch den FLIA-Helikopter des Innenministeriums (mit einer Wärmebildkamera ausgestattet) und 2 Suchhunden der Bergrettung.

In weiterer Folge wird auch eine Mobiltelefon-Peilung durchgeführt. Um 22:20 Uhr müssen alle Aktivitäten ergebnislos abgebrochen werden. In der Nachbesprechung wird die Strategie für den kommenden Tag besprochen und ein Gebietsalarm für das obere Ennstal ausgelöst. Am Montag befinden sich ca. 40 Mann am Treffpunkt der Ursprungalm ein.

Am 07.07.2014 erfolgte eine neuerliche Suche, an der Bergrettungskräfte Alpinpolizei und Hubschrauber der Flugeinsatzstellen Graz und Salzburg eingesetzt wurden.

Gegen 11.30 Uhr wurde die vermisste Urlauberin am Fuß der Engelkarspitze auf Seehöhe 2250 m gefunden.
Die Verunglückte war beim Abstieg von der Engelkarspitze aus unbekanntem Umstand ca. 200 m abgestürzt, wobei sie sich tödliche Verletzungen zugezogen hatte.